{"id":1855,"date":"2026-08-17T07:46:10","date_gmt":"2026-08-17T07:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/hydro-berlin.de\/?p=1855"},"modified":"2026-08-17T08:51:54","modified_gmt":"2026-08-17T08:51:54","slug":"wie-viel-wasser-bringt-die-abschaltung-eines-schoepfwerks-neuer-fachbeitrag-in-der-korrespondenz-wasserwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hydro-berlin.de\/en\/aktuelles\/wie-viel-wasser-bringt-die-abschaltung-eines-schoepfwerks-neuer-fachbeitrag-in-der-korrespondenz-wasserwirtschaft\/","title":{"rendered":"Publikation: Auswirkungen bei Abschaltung eines Sch\u00f6pfwerks"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">In der aktuellen Ausgabe der <em>Korrespondenz Wasserwirtschaft<\/em> der DWA ist unser Fachbeitrag zum Sch\u00f6pfwerk Zitrone erschienen. Gemeinsam mit zwei starken Partnern haben wir untersucht, was eine Abschaltung des Sch\u00f6pfwerks im Naturpark M\u00e4rkische Schweiz bewirken w\u00fcrde \u2013 hydrologisch, \u00f6kologisch und landwirtschaftlich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Gebiet, zwei gegenl\u00e4ufige Ziele<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit den 1960er-Jahren entw\u00e4ssert das Sch\u00f6pfwerk Zitrone eine abflusslose Senke von rund 1,8 Quadratkilometern. Das Gebiet wird \u00fcberwiegend ackerbaulich genutzt und liegt zugleich im Vogelschutzgebiet M\u00e4rkische Schweiz. Die S\u00f6lle darin sind gesetzlich gesch\u00fctzte Biotope und dienen Amphibien als Trittsteinhabitate.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entw\u00e4sserung sichert die landwirtschaftliche Nutzung \u2013 die Erhaltungsziele des Schutzgebiets sehen dagegen die Wiederherstellung eines naturnahen Wasserhaushalts vor. Mit einem Wasserhaushaltsmodell in SWAT+ haben wir zwei Szenarien &#8211; mit und ohne Sch\u00f6pfwerksbetrieb &#8211; \u00fcber den Zeitraum 1995 bis 2024 modelliert und die Auswirkungen untersucht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Ergebnisse<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<ul class=\"wp-block-list\">\r\n\r\n<li><strong>Grundwasserneubildung:<\/strong> Ohne Sch\u00f6pfbetrieb steigt sie von rund 40 auf etwa 60 Millimeter pro Jahr \u2013 das entspricht zus\u00e4tzlich rund 32.000 Kubikmetern j\u00e4hrlich.<\/li>\r\n\r\n\r\n<li><strong>Kein dauerhafter See:<\/strong> Die Durchl\u00e4ssigkeit im Untergrund reicht aus, damit das Wasser versickert.<\/li>\r\n\r\n\r\n<li><strong>\u00d6kologie:<\/strong> L\u00e4ngere Wasserf\u00fchrung in S\u00f6llen und Zitronesee \u2013 ein Gewinn f\u00fcr Amphibien und f\u00fcr Arten wie Kranich, T\u00fcpfelsumpfhuhn und Bekassine.<\/li>\r\n\r\n\r\n<li><strong>Landwirtschaft:<\/strong> In rund 69 Prozent der ausgewerteten Jahre g\u00e4be es keine relevanten \u00dcberstauungen. Kritisch w\u00e4ren nur zwei von 29 Jahren gewesen.<\/li>\r\n\r\n<\/ul>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcbertragbar auf \u00fcber 250 Standorte<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Methodik l\u00e4sst sich auf andere Sch\u00f6pfwerksstandorte mit vergleichbaren Verh\u00e4ltnissen \u00fcbertragen. Allein in Brandenburg sind der Landesbeh\u00f6rde \u00fcber 250 Sch\u00f6pfwerke bekannt \u2013 das Potenzial f\u00fcr den Wasserr\u00fcckhalt in der Fl\u00e4che ist entsprechend gro\u00df, mit Synergien zum Naturschutz, zur Klimaanpassung und zu den Zielen der EG-Wasserrahmenrichtlinie.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Strom, A.; Spill, C.; Schubert, K.; Kr\u00e4hling, J.; Beisecker, R.; Steinbrecher, G. (2026):<\/strong> Modellierung des Wasserr\u00fcckhalts mit SWAT+ und integrierte Wirkungsanalyse f\u00fcr ein Binneneinzugsgebiet mit Sch\u00f6pfwerksbetrieb. <em>Korrespondenz Wasserwirtschaft<\/em>, 19 (8), S. 443\u2013450. DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3243\/kwe2026.08.003\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">10.3243\/kwe2026.08.003<\/a><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2192 <a href=\"https:\/\/hydro-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/kwe2026.08.003.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fachbeitrag als PDF lesen<\/a><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entstanden ist der Beitrag in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurb\u00fcro f\u00fcr \u00d6kologie und Landwirtschaft (If\u00d6L) und B\u00d6F-naturkultur f\u00fcr den Naturpark M\u00e4rkische Schweiz des Landesamtes f\u00fcr Umwelt Brandenburg.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der aktuellen Ausgabe der Korrespondenz Wasserwirtschaft der DWA ist unser Fachbeitrag zum Sch\u00f6pfwerk Zitrone erschienen. 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